Aus der Geschichte der Gemeinde Schneppenbach                                  

 

Seit dem frühen Mittelalter gehörte der Ort zu einer größeren Grundherrschaft
 der Reichsabtei St. Maximin vor Trier. Die 2742 ha große Grundherrschaft
umfasste - außer den später wüst gewordenen Siedlungen Blickersau und
Kaffeld - die Dörfer Woppenroth, Bundenbach, Schneppenbach, Bruschied und
den Haupthof und Pfarrort Hausen bei Rhaunen.

Schneppenbach war bis ins 18. Jh. verwaltungsgemäß mit der auf der heutigen Ortsgemarkung befindlichen Schmidtburg eng verbunden. Die Burg deren Entstehung auf das Jahr 929 zurückgeht, ist eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum und war vermutlich Stammsitz der Grafen im Nahegau, Emichonen. Als deren Teilerben und Rechtsnachfolger besaßen im 12./13. Jh. die Wildgrafen die Burg. Interne Familienstreitigkeiten der Wildgrafen führten jedoch dazu, dass die Burg um 1330 in den Besitz des Trierer Erzbischofs und Kurfürst Balduin von Luxemburg überging. Unter Balduin erfolgte der Ausbau der Schmidtburg, die in der Folgezeit Sitz des kurtriererischen Amtes Schmidtburg wurde.

Im Jahre 1563 waren es in Schneppenbach neun, im Jahr 1684 fünf und im Jahr 1715 elf Haushaltungen, die zum kurtrierischen Amt Schmidtburg gehörten. Um 1650 erscheint als Ortsherr der Ritter Cratz von Scharffenstein. Schneppenbach bildete zusammen ein "Ingericht". Die Einwohner der beiden Dörfer besaßen zwar eine Kapelle, besuchten jedoch den Hauptgottesdienst in Bundenbach.

Mit der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform von 1798 wurde das Schmidtburger Amt aufgelöst. Schneppenbach kam zur neugebildeten Mairie Kirn. Dort verblieb die Gemeinde bis zum Ende der französischen Herrschaft und kam dann im Jahr 1817 zur Bürgermeisterei Gemünden im preußischen Landkreis Simmern. Im Zuge der zuletzt erfolgten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Schneppenbach der Verbandsgemeinde Kirn-Land zugeordnet.

Die meisten der Schneppenbacher Einwohner sind katholisch. Die katholische Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei St. Franz Xaver in Bruschied und wird vom Pfarramt Oberhausen verwaltet. Die evangelischen Einwohner werden von Gemünden aus betreut.

Die denkmalgeschützte katholische Kapelle in Schneppenbach erbaute im Jahr 1768 der salm-kyrburgische Hofbaumeister Johann Thomas Petri, aus dessen Pläne zahlreiche herrschaftliche Gebäude aus dem 18. Jh. im Kirner Raum zurückgehen. Mit der Ruine Schmidtburg im Hahnenbachtal verfügt die Ortsgemeinde über eines der bedeutensten kulturellen Denkmäler in der Nahe-Hunsrück-Region. Nach freilegungs- und Sicherungsarbeiten an der von der Natur fast völlig überwucherten Ruine erhalten die Besucher wieder eine Vorstellung von der Größe und einstigen Bedeutung der imposanten Anlage.

 

Quelle: Genealogie im Nahe- Hunrückraum-Heimatkundliche Schriftreihe der Verbandsgemeinde Kirn-Land -Band 17-