|
Sagen und Geschichten rund um den Lützelsoon
Stand: 20.05.11 |
| |
Der Schatz vom Teufelsfels
Volkssage
Von einem geheimnisvollen Schatz erzählen die
alten Leute in den Dörfern am Fuße des Lützelsoons eine Geschichte:
Vor nicht allzu langer Zeit
waren einige Waldarbeiten in unmittelbarer Nähe des Teufelsfelsens mit
Eichenpflanzen beschäftigt, als einer von ihnen mit seiner Hacke einen
gefüllten Goldgurt aus Tageslicht beförderte. Als er ihn ergreifen und in seine
Tasche legen wollte, fielen die Goldstücke heraus und rollten allesamt den
Abhang hinunter, ohne dass er auch nur ein einziges packen konnte. In einer
Vertiefung an der Nordseite des „dicken Steines“ sah er sie noch verschwinden.
Doch alle Bemühungen, die Stelle mit der Hacke frei zu legen und so zu dem
Fund, den Goldstücken zu gelangen, waren umsonst. Doch der Gedanke den Batzen Geld, seinen „Schatz“, ließ den Waldarbeiter nicht
zur Ruhe kommen. Er dachte lange darüber nach, wie er den Schatz erreichen
könnte. Endlich fasste er den Entschluss an die Stelle eine Sprengladung zu
legen und so den Schatz zu erreichen. In einer mondhellen Nacht setzte er
seinen Plan in die Tat um. Die Sprengung gelang zwar und vom „dicke Steen“
wurde ein Teil weggesprengt. Er glaubte sich schon am Ziel seiner Wünsche,
doch an der Stelle, an der das Gold verschwunden war, fand er nichts. So war
seine ganze Arbeit umsonst. Er suchte weiter nach dem Schatz, aber so sehr er
sich mühte bis zu seinem Lebensende fand er keine Spur. An der Nordseite kann
der Wanderer noch heute die Stelle mit dem Sprengversuch des Goldgräbers
besichtigen. Vielleicht ist doch einmal einem Wanderer das Glück hold, und er
findet den geheimnisvollen Schatz, kann ihn bergen und mitnehmen.
 |
|
|
|
| |
|
Der Schatz im Teufelsfelsen II
Volkssage
|
|
|
| |
Die Frau des Schusters und der Teufel
VolkssageVor vielen hundert Jahren fiel dem Teufel auf, dass fast keine
Leute von Bundenbach in die Hölle kamen. Darüber war er sehr verärgert. Da gab
ihm seine Großmutter den Rat: "Die Bewohner werden wohl so eine Kirche gebaut
haben und sind alle fromm geworden. Geh schnell hin, hol dir einen dicken
Stein und werfe ihn auf die Kirche, damit nichts mehr übrig bleibt!" Der
Teufel suchte sich einen dicken Brocken und begab sich auf den Weg nach
Bundenbach. Aber an diesem Tag war es sehr heiß und die lange Wanderung ließ
den Teufel müde werden. Auf der Höhe des Gebirges gegenüber dem Ort machte der
Teufel rast. Da kam ein altes Weiblein des Weges und erschrak als sie den
fremden und seltsamen Gesellen sah, denn sie kannte diesen komischen Gesellen
nicht. "Der hat bestimmt nichts Gutes im Sinn", dachte sie bei sich.
Der Teufel aber freute sich über die unverhoffte Begegnung und fragte das
Mütterlein nach dem Weg. "Gute Frau, könnte ihr mir den Weg nach Bundenbach
zeigen? Wie weit ist es noch bis dort?" Da öffnete die Frau den Korb den
sie bei sich trug und wies auf die Schuhe und Schlappen, die sich darin
befanden. "Lieber Herr, seht all diese Schuhe und Schlappen habe ich schon
durchgelaufen, um bis hier her zu kommen. So könnt ihr sehen wie weit es noch
bis nach Bundenbach ist!" Vor Enttäuschung ließ der Teufel den dicken Stein an der Stelle liegen die er
für die Rast ausgesucht hatte, denn Weg nach Bundenbach war ihm dann doch zu
weit. Was der Teufel nicht wusste, dass das Weiblein die Frau des Schusters von
Bundenbach war und sie gerade auf Weg war die Arbeit für ihren Mann
einzusammeln. Seitdem spricht der Volksmund vom "dummen Teufel".
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
Die Geldfeuerchen
Geldfeuerchen sind zu alten Zeiten in unserer Heimat keine
Seltenheit gewesen.
Vorzeiten ging ein Bauersmann an einem späten Herbstabend
von Kirn nach seinem Wohnort. Im Steinerberg erlosch ihm
sein Pfeifchen. Feuerzeug besaß er nicht. Doch bald bot sich
ihm ein Ausweg:
Nicht weit vom Wege sah er auf einem Acker ein Feuerchen
brennen, das nach seiner Meinung die Kartoffelgräber
zurückgelassen hatten. Er ging darauf zu, nahm sich eine
heiße Kohle, legte sie wohl befriedigt auf seine Pfeife und
machte einige kräftige Züge. Aber merkwürdig, er mochte
ziehen wie er wollte, die Pfeife brannte nicht. Ein zweiter
und dritter Versuch hatte dasselbe Ergebnis. Ungehalten über
diesen gemeinen Betrug begann er recht kräftig zu fluchen.
Aber o Schreck! Ein fester Handschlag saß
ihm im Nacken.
Doch der Schläger war nicht zu sehen. Sprachlos stand der
Geschlagene. Auf einmal kam ihm die Erkenntnis, daß es ein
Spuk sei, der ihn geneckt hatte. In langen Sätzen eilte er
mit der kalten Pfeife in der Hand nach Hause.
Am andern Morgen, als er von seiner nächtlichen Begebenheit
erholt nach seiner Pfeife griff, auf der noch eine Kohle des
Feuerchens liegen musste, fand er statt dieser ein
Goldklümpchen.
Es war also ein Geldfeuerchen, das ihn so geäfft, gestraft
und beglückt hatte.
Aus
dem Volksmund aufgezeichnet von E. Hoffmann, Nennweiler
Die
Geldfeuerchen
In der Nähe eines Dorfes am Sonnwald sah man an mehreren
Abenden ein kleines Feuer brennen. Das es ein Geldfeuerchen
sei, bezweifelte niemand. Aber wer hatte den Mut, sich
demselben zu nähern? Die üblen Erfahrungen, die man früher
bei solchen Versuchen gemacht hatte, schreckten jeden ab.
Endlich fand sich ein Bursche, der es
versuchen wollte. Mutig ging er auf das Feuerchen zu, die
Jacke schon in der Hand haltend, um sie darauf zu werfen.
Denn nur durch dieses Mittel sollte sich nach dem Glauben
der Alten der darunterliegende Schatz heben lassen. Aber es
sollte anders kommen! Kaum hatte sich der unerschrockene
Bursche dem Feuer genähert, da verspürte er urplötzlich
mehrere kräftige Ohrfeigen, ohne dass er erkennen konnte,
woher und von wem sie kamen Laut schreiend lief er auf das Dorf zu, seine
Kühnheit zum Teufel wünschend. (Aus
Seesbacb)
Seit dieser Zeit wagte es in der ganzen Gegend niemand mehr,
sich einem Geldfeuerchen zu nähern, obwohl sie zu manchen
Zeiten noch beobachtet wurden.
Am Weg von Rudolfshaus nach Wickenroth, in der Nähe der
Berücke, soll öfters ein Geldfeuerchen gebrannt haben. Ein
Schieferbrecher kam eines abends auf dem Heimwege von seiner
Arbeitsstätte an dieser Stelle vorbei und sah am Waldrand
ein Feuerchen brennen. Ohne zu wissen, um was es sich hier
handelte, ging er vorüber. Aber das merkwürdige Feuerchen
ging ihm nicht aus den Gedanken, so dass er am andern Tage
seinen Kameraden davon erzählte. Sie belehrten ihn, dass es
sich jedenfalls um ein sogenanntes Geldfeuerchen gehandelt
habe, und dass er durch seine Unerfahrenheit versäumt habe,
einen Schatz zu heben. Das ließ ihm keine Ruhe. Am nächsten
Tag gedachte er, das Versäumte nachzuholen.
Als er auf dem Heimwege an die bewusste Stelle kam, war das
Feuerchen jedoch erloschen. Aber auf dem Platze sah er ein
Häslein, das bei seinem Näher kommen ruhig sitzen blieb.
Erstaunt hierüber hob er die Hand nach dem Tier, um es zu
verscheuchen.
Aber o Schreck! Das Häslein wurde zusehends
größer und größer, bis es die Größe eines Kalbes erreicht
hatte. Da war dem Mann die Lust zum Heben des Schatzes
vergangen, und er rannte, was er konnte, davon. Das
unheimliche Tier aber
verfolgte ihn bis zu seiner Wohnung.
Von einem Geldfeuerchen wollte er in Zukunft nichts mehr
wissen.
Aus einem Dorf am
Lützelsoon. Aufgezeichnet von M. Ohlmann
Der
erlöste Grenzsteinsetzer
In einem sehr heißen Sommer schnitten die
Bauersleute erst beim abendlichen Mondschein das Getreide.
Nun gingen zu diesem Zwecke einmal einige Leute aus
Schnabbach über den Flur. Plötzlich kam eine weißgekleidete,
hagere Gestalt auf sie zu. Sie trug einen dicken Stein auf
der Schulter und wiederholte von Zeit zu Zeit immer die
Worte: „Wo soll ich den Stein hintragen?" Die Leute
fürchteten sich und blieben stumm. Nur eine unter ihnen
befindliche, etwas beschränkte Frau fand in ihrer Einfalt
den Mut, zu sagen: „Wo du ihn geholt hast!" Da blieb die
Gestalt stehen und sagte: „Auf dieses Wort habe ich schon
lange gewartet. Nun bin ich erlöst!" Der Geist verschwand
und ist seit dieser Zeit nicht mehr gesehen worden. Es war
der Geist eines Verstorbenen, der zu seinen Lebzeiten einen
Ackergrenzstein versetzt hatte und zur Strafe für seine
Freveltat nächtlich umgehen musste. Die Strafe für seine
böse Tat war nun gebüßt. Das mutige Wort der einfältigen
Frau hatte ihn erlöst.
Aus dem Volksmund
aufgezeichnet von A. Schneider
|
|
|
| |
|
Auf Amtsmanns
Der Mord bei der
Schmidtburg
Vor mehr als
zweihundert Jahren lebte auf der Schmidburg im Hahnenbachtal ein Amtmann, der eine wunderschöne Tochter
hatte. Alle jungen Leute der Umgegend waren ihr zugetan.
Selbst zwei adelige Jünglinge bewarben sich um ihre Hand.
Lange Zeit konnte sie sich nicht entschließen, einem von
ihnen den Vorzug zu geben. Endlich gab sie dem Drängen ihres
Vaters nach und verlobte sich mit einem von ihnen.
Der verschmähte
Liebhaber aber wurde darüber so erbittert, dass der Teufel
vollständig Gewalt über ihn bekam und ihm den Plan
einflüsterte, das Mädchen zu ermorden, denn nur dadurch
könne er verhindern, dass sein Nebenbuhler in ihren Besitz
gelange. Der verblendete Jüngling hatte nicht die Kraft, den
Einflüsterungen des Bösen zu widerstehen. Als
das Mädchen eines Abends
allein von einem Nachbarorte nach der Schmidburg
zurückkehrte, lauerte er ihr auf und vollbrachte den Mord.
Auf „Amtmanns Flur" am Wege nach dem Dorfe Hausen
verscharrte er ihre Leiche.
Die Untat wurde
bald entdeckt, und der Mörder erntete auf dem Hochgerichte
seinen wohlverdienten Lohn. Die Ermordete geht heute noch
auf Amtmanns Flur um. Schon oft ist sie von Bewohnern der
umliegenden Ortschaften gesehen worden, besonders in den
mondhellen Nächten der Adventszeit.
Aus dem Volksmund aufgezeichnet von M.
Ohlmann |
|
|
|
|
|
| Der Schatz von der Schmidtburg
|
| |
| Johannes durch den Wald
|
| |
Als der Teufel die Pfeife
rauchte Volkssage
Es geschah vor vielen Jahren, dass ein Förster durch den Lützelsoon ging. Er
trug die geladene Flinte auf der Achsel und einen mächtiger Dampf ging von
ihm auf, denn er rauchte seinen Tabak aus einem großen Pfeifenkopf mit einer
langen Röhre. Da gesellte sich plötzlich ein verdächtig aussehender Mann zu ihm in einem
Mantel mit einem feuerroten Gesicht und einem Klumpfuß. Den Förster überlief
es mit einer Gänsehaut. Doch gab er herzhaft Antwort, als der Fremde ihn
fragte, was er mache. Er rauche Tabak. Da den Fremden Lust anwandelte, auch
einmal den Tabak zu probieren, gab ihm der Förster den Lauf der Flinte in
den Mund. Er ermahnte ihn tüchtig zu ziehen, griff dann aber schnell nach
dem Schloß und drückte los. "Donnerwetter" sagte der Fremde und spuckte die
Kugel aus. "Was rauchst du für einen starken Tabak!" Damit verschwand der
Fremde, aber ein zurückgebliebener deutlicher Geruch von Pech und Schwefel
überzeugte den Förster, dass es eine vergebliche Mühe sei, den Teufel
totschießen zu wollen.
|
|
|
|
Zwei Riesen im Lützelsoon
In altersgrauer Zeit hausten auf der Höhe des Lützelsoons zwei
gewaltige Riesen. Die Bewohner der umliegen-
den Orte warten ihnen untertan und erwiesen ihnen göttliche Ehren.
Einer der Riesen wohnte auf dem Teufels-
felsen, der andere auf dem etwas westlich gelegenen Rabenstein.
Jeder der beiden Unholde wollte die Herr-
schaft über die Bewohner der umliegenden Gegend für sich allein
beanspruchen. Dabei gerieten sie in heftige
Feindschaft und suchten sich gegenseitig zu verderben. Es entbrannte
ein gewaltiger Kampf, bei dem die um
herliegenden Felsblöcke als Waffen dienten. Die Menschen verkrochen
sich zitternd in die Höhlen, wenn das
Kampfgetöse von der Höhe herunterscholl. Aber lange Zeit führte der
Kampf zu keiner Entscheidung. Da
griff der Riese auf dem Teufelsfelsen zu einer anderen Waffe. Er
blies den Wind in gewaltigen Stößen wider
den Rabenstein, um so seinen Gegner zuvernichten. Der aber verlachte
ihn. Da packte ihn der Zorn und er
blies mit solcher Macht, dass die Felsen ringsum erbebten und sein
Widersacher vom Rabenstein hinunter
in die Tiefe sank, Im Fallen aber das Haupt zerschmetterte.
Noch heute glaubt man das Blasen des Reisen zu vernehmen, wenn der
Sturmwind in kalten Herbst- und
Winternächten über die Höhe des Lützelsoons fährt und an den Felsen
rüttelt.
Aus dem Volksmund aufgezeichnet von M. Ohlmann
Die Hellkirche
Die Hellkirche im mittleren Hahnenbachtal hatte im Mittelalter keine
Glocken. Vor Beginn des Gottes-
dienstes liefen Knaben dreimal durch
die umliegenden Dörfer, um ihn anzukündigen. Beim ersten Mal
riefen sie:"herob, herob!, beim zweiten Mal: "Herobdibobb!, beim dritten
Mal: Herobdidobb, der Jan
is do!" (Der Jan, d.h. der Dechant der
Stiftskirche Hennweiler, die nach einer Überlieferung in alter
Zeit
den Gottesdienst in der Hellkirche versah.)
Nach der Reformation gestatteten die Rheingrafen den Gottesdienst in
der Hellkirche nicht mehr.
Dennoch wurde er heimlich abhalten.
Die Zeit desselben wurde den Anhängern des alten Glaubens
in einer nur ihnen verständlichen Weise durch Knaben mitgeteilt. Sie
gingen durch die Ortschaften
und klatschten unauffällig in die Hände. Ein einmaliges Klatschen
bedeutete, dass am nächsten
Sonntag, ein zweimaliges Klatschen, dass am zweiten Sonntag und ein
dreimaliges Klatschen, dass
am dritten Sonntag Gottesdienst in der Hellkirche stattfinden
sollte.
Aus dem Volksmund aufgezeichnet von M. Ohlmann
Der Geldzähler im Soonwald
Im „Auersloch" am
„Bruschied Pfad", der von Bruschied über die Soonshöhe nach
Henn-
weiler führt, sitzt nachts ein Mann bei einer sonderbaren
Beschäftigung: Er zählt einen
Haufen Goldstücke in einen schwarzen
Hut, den er zwischen den Beinen festhält. Wenn
er fertig ist,
schüttet er sie wieder aus und beginnt von neuem mit Zählen. So
treibt er
es stundenlang, bis der Morgen graut. In mondhellen
Nächten ist er von Bewohnern der umliegenden Ortschaften schon
öfters bei dieser Tätigkeit beobachtet worden. Man ver-
meidet es
darum, bei Nacht diesen Pfad zu begehen und geht lieber auf Umwegen
nach
Hause. Lange Jahre fand sich niemand, der den Mut hatte, den
Mann anzusprechen. Vor
mehr als 80 Jahren ging einmal ein Musikant
aus einem Ort am Lützelsoon, nachdem er
bis spät in die Nacht zur
Tanzmusik aufgespielt hatte, auf dem Heimwege an dieser
Stelle
vorbei. Er war ein beherzter Mann, der keine Geisterfurcht kannte.
Wirklich sah er
den Geldzähler am Wege sitzen. Nach dem ersten Schrecken fasste er
sich ein Herz, trat zu ihm hin und frug ihn nach dem Grunde seiner
sonderbaren Be-
schäftigung. Dieser unterbrach seine Tätigkeit, sah
den Fragenden mit feurigen Augen
an und sprach mit trauriger Stimm
„Zur Warnung für dich und andere will ich deine Frage beantworten.
Bei der Teilung einer Erbschaft habe ich meine Verwandten betrogen,
indem ich Geld für mich beiseite schaffte. Zur Strafe für meine Tat
kann ich nun im
Grabe keine Ruhe finden und muss nachts hier sitzen
und Geld zählen, bis der Morgen
graut. Noch ist meine Prüfungszeit
nicht zu Ende, denn 1000 Jahre sollen vergehen,
bis ich erlöst
werden kann." -
So erzählten uns
die Alten. Zu unserer Zeit ist der Geldzähler noch nicht gesehen
worden.
Aus
dem Volksmund
aufgezeichnet von M Ohlmann
|
|
|