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Einweihung Dorfbackes, Spritzen-
und Kelterhaus
als Kommunikationszentrum
Schneppenbach. Eigentlich sollte die Einweihung und
Übergabe des Backes in der Gemeinde Schneppenbach am Himmelfahrttag nur
in kleinem Rahmen gefeiert werden. Durch den Vatertag und Wanderfreunde,
die an diesem Tag durch Kirn-Land zogen, wurde eine gemütliches Fest
daraus. Nach einer Renovierungs- und Sanierungszeit von vier Jahren
konnte der Dorfbackes und das ehemalige Spritzenhaus in der Ortsmitte
der Gemeinde Schneppenbach wieder seiner Bestimmung als
Kommunikationszentrum für den Ort übergeben werden.
Schon früh mussten die Helferinnen und Helfer an
diesem Morgen aus den Federn, die Vorbereitungen für das Mittagessen
(Backesbrot nach altem Rezept, Fleischwurst und „Backesgrumbiere“ aus
dem Backes zügig voran kamen. Unterstützt wurden die Helferinnen und
Helfer von Werner Müller aus dem Nachbarort Hennweiler, der auf Schloss
Wartenstein so manche Pfanne mit der herzhaft schmeckenden Speise in den
Schloss Backes geschoben hat. Mit insgesamt sechs Pfannen hatten sich
die Organisatoren auf den Ansturm vorbereitet. Auch die Backesbrote
gingen weg wie sprichwörtlichen Semmeln.
In seiner Ansprache zur Übergabe der beiden Gebäude
wies Verbands-bürgermeister Harald Beuscher noch einmal auf die Bedeutung
des Backhauses für die damalige ländliche Bevölkerung als
Brotbackmöglichkeit und Kommunikationszentrum hin. Beuscher bezifferte
die Baukosten auf 62000 Euro. In dem Betrag sind rund 12000 Euro an
Eigenleistungen enthalten. Der Zuschuss belief sich auf 20000 Euro.
Ortsbürgermeister Erhard Götz freute sich, dass das
Kommunikations-zentrum des Ortes nun fertig gestellt ist. Er lobte die
hohe Eigenleistung der freiwilligen Helfer von 1654 Arbeitsstunden. Sie
erbrachten der Gemeinde eine Kostenersparnis von rund 12000 Euro. Er
dankte den Helfern am Bau und listete noch einmal die angefallen
Arbeiten in den Hauptpunkten auf. Anschließend spielte der Musikverein
„Edelweiß“ Schneppenbach unter Dirigent Eitel Dörrenbächer mit frohen
und flotten Weisen zum Frühschoppen auf. Das Kaffee- und Kuchenbuffet am
Nachmittag wurde durch die Weisen der Hunsrücklerchen verschönt.
Das Backeshaus und das Spritzenhaus mit angebautem
Kelterraum zum Keltern von Äpfel und Birnen entstand im 19. Jahrhundert.
1914 wird der Kelterraum in einer Verordnung zum Keltern erwähnt. Beide
Gebäude bildeten mit dem örtlichen Raiffeisenlager einen großen
Innenhof. Die Halle des Raiffeisenlagers wurde später nach dem Rückgang
der Landwirtschaft im Ort, d.h. nach dem sie ihre Bedeutung als
Lieferant für die örtlichen Bauern verloren und der Betreiber gestorben
war, im Zuge der Flurbereinigung (Landzusammenlegung) abgerissen. Der
Weg zum Neubaugebiet führt jetzt über den Standort der ehemaligen
Raiffeisenlagerhalle. Noch bis Mitte bzw. Ende 1969 wurden Backes,
Spitzhausen und Kelterraum regelmäßig benutzt. Bis zum Bau des
Bürgerhauses war im Spitzenhaus noch die Feuerwehr mit ihren
Löschgerätschaften inklusive Motorspritze auf einem fahrbaren Anhänger
dort untergebracht. Im Bedarfsfall wurde der Anhänger mit einem Traktor
zum Brandherd geschafft.
Mit der Renovierung der beiden Gebäude (Backes und
Spritzenhaus) wurde vor rund vier Jahren begonnen. 30 freiwillige Helfer
unterstützen mit ihren Kenntnissen und der Hände arbeit das Vorhaben.
Zehn Einwohner bilden sozusagen den „harten Kern“. Im Rahmen der
Renovierungs- und Sanierungsarbeiten erhielt der Backes auf der
Außenseite ein neues Gesicht. Das ehemalige Spritzenhaus und das
Kelterhaus wurden neu eingedeckt, umgestaltet mit Schieferfliesen und
mit einer Toilettenanlage versehen. Im Rahmen dieser Maßnahme wurde der
Gebäudetrakt zu einem kleinen Kommunikationszentrum in der Ortsmitte
ausgebaut. Im ehemaligen Spritzenhaus sind jetzt Toilettenanlage und ein
Aufenthaltsraum zum Feiern von Geburtstagen oder für die Jugendliche
untergebracht. Beim Advents-spielen des Musikvereines „Edelweiß“
Schneppenbach wird der Raum zur Verfügung stehen. (cb) |