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Bräuche rund um
den Lützelsoon |
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Kühle Temperaturen und
unterhaltsame, herzerwärmende Weihnachtslieder bildeten am dritten
Adventssonntagnachmittag eine gute Grundlage für das traditionelle
Adventskonzert der Spielgemeinschaft der Musikantinnen und Musikanten aus
Musikverein „Edelweiß" Schneppenbach und Kolpingkapelle Kirn. Der
Musikverein Schneppenbach hatte zum Open-Air-Konzert in die Ortsmitte von
Schneppenbach eingeladen. Foto: DHB
Adventsspielen Musikverein "Edelweiß"
am Dorfbackes in Schneppenbach
Dieser musikalische Leckerbissen am dritten Advent
hat schon
eine lange Tradition in der Gemeinde
Schneppenbach. Während sich langsam die Dunkelheit
durch die Straßen des kleinen Lützelsoonortes einschlich , erklangen in der Ortsmitte am
alten Dorfbackes die Melodien von alten und neueren Advents- und
Weihnachtsliedern. Es ist schon eine Tradition seit vielen Jahren, dass der
örtlich Musikverein „Edelweiß" Schneppenbach am dritten Adventssonntag zu
einem Open-Air-Konzert zur Einstimmung von Besuchern und Anwohnern auf das
nahe Weihnachtsfest. Auch in diesem Jahr lockten die Weihnachtsmelodien
wieder zahlreiche Bewohner des Ortes an den alten Backes. Ja, sogar aus den
Nachbarorten und dem nahen Kirn hatten Neugierige den Weg in die Ortsmitte
gefunden. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer des Musikvereines sorgten
kleinen Appetithappen und Getränken im Inneren des Backhauses für das
leibliche Wohl der Zuhörer. Besonders gefragt war an diesem späten
Sonntagnachmittag die Tasse mit dampfendem Glühwein. So konnten die Zuhörer
mit bedingt durch die kalte Witterung das Weihnachtsgetränk schlechthin
schmecken lassen. Rund zwanzig Musikerinnen und Musiker der
Spielgemeinschaft Musikverein Schneppenbach und Kolpingkapelle hatten auf
dem gegenüberliegenden Hof Stein/Fey Aufstellung genommen. Dirigent Norbert
Fuhr hatte für diesen Nachmittag eine unterhaltsame Mischung von bekannten
deutschen Advents- und Weihnachtsliedern, sowie bekannte Weihnachtsmelodien
aus dem Schlagerbereich ausgesucht. Die zahlreichen Zuschauer lohnten den
Auftritt der Musikanten mit entsprechendem Applaus.
(cb)
Rosenmontag in Schneppenbach 2009
Schneppenbach. „Der Schnappebacher Fastnacht ein dreifach
Helau“, ertönte es aus vielen Kehlchen mehrere Male in der kleinen Gemeinde am
Fuße des Lützelsoons. Am Rosenmontag bewegte sich der der närrische Lindwurm
wieder durch die Straßen des Ortes. In Schneppenbach treffen sich die meisten
Narren spontan am Nachmittag des Rosenmontags am Bürgerhaus, dann stimmen sie
sich mit entsprechenden Liedern und Getränken auf den närrischen Umzug ein.
Nur ein kleines Häufchen junger Männer bringt den Handkarren der Marketenderei
jedes Jahr auf Vordermann. Sie dekorieren das Fahrzeug erneut mit viel
Geschick um. Ob mit Bilder oder Sprüchen die Schneppenbacher finden immer
einen Anlass aus dem Dorfgeschehen und befestigen ihn mit großen Lettern am
Handwagen. Für den Spaziergang durch den Ort haben sich die Narren immer die
neuesten Fastnachthits besorgt und bringen diese im Laufe der Runde zum
Einsatz. Auch für den flüssigen Nachschub waren noch einige Plätze im
Handkarren. In diesem Jahr tummelten sich verdächtig viele Neandertaler in den
Reihen der buntgemischten Narrenschar. Jeder konnte sein Narrenkostüm wählen
wie es ihm gefiel. Während ein Teil der bunten Truppen an jeder
Proviantstation im Ort schunkelten oder ein Tänzchen wagten, waren viele junge
Damen unterwegs um zu. „Hahnäppele“. Mit einem Korb bewaffnet klingelten sie
an den Haustüren und hatten folgenden Spruch parat: „Hahn, Äppel, die Hahn,
die Fasenacht ist an. Stell die Letter an die Wand und los et Messa blinke.
Schnei ma e Stick vom Schinke. Lost mich net so lange stehn. Ich muss e haisje
weira gehen!“.
Von der Hausfrau erhalten sie entweder Speck, Eier oder Geld. Vielleicht noch
ein kleines Schnäpschen mit auf den langen Weg, denn nach der Runde durch den
Ort geht der Narrenfahrt zum Sportlerheim zwischen den Gemeinden Bruschied und
Schneppenbach. Hier wird weiter gefeiert, die Eier gebacken und anschließend
von der ganzen Narrenschar verzehrt. (cb)
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Brauch an Karfreitag und
Ostersamstag |
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Wieder neu belebt wird eine
alte Sitte in der Osterzeit speziell am Ende der Karwoche „das Klappern“.
Dieses Brauchtum soll nicht in Vergessenheit geraten. Der Brauch ist aus der
Tatsache entstanden, dass an den letzten beiden Tagen vor Ostern (Karfreitag
und Karsamstag) in den Kirchen die Glocken schweigen. Sie schweigen zum
Gedenken an das Leiden und Sterben von Jesus Christus. An ihre Stelle treten
die Kinder mit ihren Holzklappern. Vor allem in den Gebieten mit hohem Anteil
an katholischer Bevölkerung wird diese Tradition weitergepflegt.
Über das Schweigen der
Glocken an diesem Tag erzählen sich die Anwohner ihren Kindern folgende
Legende: Nach dieser alten Legende zu verstummen die Kirchenglocken an
Gründonnerstag bis zum Ostersonntag. Sie fliegen in dieser Zeit nach Rom. In
der einen Variante essen sie beim Papst Milchsuppe. In einer Abwandlung dieser
Legende versammeln sie sich in dieser Zeit im Petersdom in Rom. Eine weitere
Bedeutung bezieht sich auf die Aussagen der Bibel über den Todestag des Herrn.
Symbolisch soll durch das Klappern der Aufruhr der Naturgewalten bei Tode Jesu
verdeutlicht werden. In den früher sehr bäuerlich geprägten Gemeinden musste
auch in diesen Tagen die Dreiteilung des Tages in Morgen, Mittag und
Feierabend im weiter kundgetan werden. So übernahmen die Messediener mit
Holzklappern diese Aufgabe. In den beiden Gemeinden Bruschied und
Schneppenbach ist es schon lange eine Selbstverständlichkeit, dass die Kinder,
die als Messdiener übers Jahr die Messen mitgestalten, auch das „Klappern
gehen übernehmen“. Die Holzklappern wurden von einer Generation zur anderen
weitergeben. Nur selten gab neue Holzklappern. Sie wurden meist vom
ortsansässigen Schreiner hergestellt oder gar vom Vater aus der Schnitzbank
hergestellt. Der erste Rundgang erfolgte am Karfreitag in aller Frühe zwischen
fünf und sechs Uhr, damit die Bauern mit ihrem Arbeitstag beginnen konnten.
Der meist darin bestand das Tiere im Stall zu füttern. Zum zweiten Mal zogen
die Kinder ab 11.30 oder 12 Uhr durch die Orte. Sie ersetzten so die
Mittagsglocke. So wusste die Hausfrau, dass sie das Essen zu bereiten musste.
Am Karfreitag gab es traditionsgemäß Fisch, denn dieser Tag traditionsgemäß
ein Fast- und fleischloser Tag in den Gemeinden. Bei den ersten beiden
Rundgängen sangen die Kinder „Ave Maria“. Der letzte Rundgang gegen 18 Uhr
läutete den Feierabend ein. Beim letzten Gang durch das Dorf hieß es: „He die
Betglock“. Heute fällt es den Teilnehmern immer schwer Morgen so früh aus den
Federn zu kommen und die Zahl der Kinder reduziert sich von Jahr zu Jahr. In
zwischen haben die Verantwortlichen den Start von sechs auf Acht Uhr verlegt,
zu mal die Dörfer immer mehr urbanen Charakter annehmen und Bauernhöfe im Ort
im seltener werden. Während in den beiden Gemeinde Bruschied und Schneppenbach
der Brauch noch einige Maßen funktioniert, ist er in anderen Gemeinden nur
noch schwer am Leben zu erhalten. So trafen sich am Karfreitag die
Messdienerinnen und Messdiener in Oberhausen zogen mit ihren Holzklappern in
zwei Gruppen durch den großen Ort. Die Kinder- und Jugend verrichten diesen
Frondienst an der Gemeinde an den beiden Kartagen wie es bereits der Name
ausdrückt kostenlos zur Ehre Gottes. In vielen katholischen Gemeinden gehen
die Messdiener am Samstagmorgen mit einem Korb oder Körbchen bewaffnet von
Haus zu Haus. Sie gehen Eier sammeln, d.h. sie sammeln meist einen kleinen
Obolus von den Einwohnern für ihren Ministrantendienst übers Jahr. Als
Dankeschön erhielten sie Eier, die später unter den Jungen bzw. Mädchen
gerecht verteilt wurden. Heute sind es Süßigkeiten, Eier und kleine
Geldbeträge. Während die Waren verteilt werden, stellen die Geldbeträge den
Grundstock für Messdienerfahrten oder andere gemeinsame Anschaffungen der
Helferinnen und Helfer im Gottesdienst. Dies hat mit dem sogenannten „Heichen“
wie an Fastnacht oder Halloween nichts zu tun. (cb)
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